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Ausschreibungsdetails

3624SNA303 - Internationale Machbarkeitsstudie für eine interdisziplinäre Studie zur Untersuchung eines Zusammenhangs zwischen Umwelt-, genetischen Faktoren und Leukämie in B-Zell ALL Patienten

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27.01.2026

17.03.2026 09:00

ZD 2 - 03777/3624SNA303

Bundesamt für Strahlenschutz

27.01.2026 11:58

Meine e-Vergabe


Auftragsbekanntmachung

Öffentliche Ausschreibung nach UVgO

Liefer- / Dienstleistungsauftrag

1.
Öffentlicher Auftraggeber (Vergabestelle)

a)
Hauptauftraggeber (zur Angebotsabgabe auffordernde Stelle)

Name: Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)
Straße, Hausnummer: Willy-Brandt-Straße 5
Postleitzahl (PLZ): 38226
Ort: Salzgitter
Telefon: +49 30 183331306
Internet-Adresse: http://www.bfs.de

b)
Zuschlag erteilende Stelle

Wie Hauptauftraggeber siehe a)

2.
Angaben zum Verfahren

a)
Verfahrensart

Öffentliche Ausschreibung nach UVgO

b)
Vertragsart

Liefer- / Dienstleistungsauftrag

c)
Geschäftszeichen

ZD 2 - 03777/3624SNA303

3.
Angaben zu Angeboten

a)
Form der Angebote

  • elektronisch
    • ohne elektronische Signatur (Textform)

b)
Fristen

Ablauf der Angebotsfrist

17.03.2026 - 09:00 Uhr

Ablauf der Bindefrist

30.04.2026

c)
Sprache

deutsch

4.
Angaben zu Vergabeunterlagen

a)
Vertraulichkeit

Die Vergabeunterlagen stehen für einen uneingeschränkten und vollständigen direkten Zugang gebührenfrei zur Verfügung unter
https://www.evergabe-online.de/tenderdetails.html?id=833279

b)
Zugriff auf die Vergabeunterlagen

Vergabeunterlagen werden nur elektronisch zur Verfügung gestellt

c)
Zuständige Stelle

Hauptauftraggeber siehe 1.a)

d)
Anforderungsfrist

17.03.2026 - 09:00 Uhr

5.
Angaben zur Leistung

a)
Art und Umfang der Leistung

Die Entstehung von Leukämien im Kindesalter ist komplex und multifaktoriell. Es spielen genetische Veranlagungen, endogene Faktoren sowie äußere Umwelteinflüsse eine Rolle. Trotz umfangreicher wissenschaftlicher Untersuchungen sind die genauen Ursachen und das Zusammenspiel dieser Faktoren bislang nicht vollständig geklärt. Epidemiologische Studien, Beobachtungsstudien am Menschen, zeigten in der Vergangenheit jedoch einen statistischen Zusammenhang zwischen Leukämien im Kindesalter und der Exposition gegenüber extrem niederfrequenten Magnetfeldern (ELF-MF). Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat basierend auf diesen Ergebnissen Magnetfelder als „möglicherweise krebserregend“ (IARC-Klassifikation 2B) eingestuft. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber ELF-MF und dem Risiko von Leukämien bei Kindern kann jedoch nach aktuellem Stand der Forschung nicht eindeutig bestätigt werden. Es ist außerdem unklar, inwieweit genetische Faktoren, wie die spezifische Translokation ETV6-RUNX1 oder bestimmte vererbbare Mutationen in bekannten Suszeptibilitätsgenen, die Sensitivität gegenüber Umweltfaktoren wie ELF-MF beeinflussen. Aus Sicht des Strahlenschutzes besteht hier Forschungsbedarf.
Der Zusammenhang zwischen Expositionen gegenüber ELF-MF, anderen Umweltrisikofaktoren, genetischen Faktoren und Leukämie im Kindesalter soll in einer Studie mit Patienten untersucht werden, die an akuter lymphatischer Leukämie (ALL) erkrankt sind. Im Rahmen des abgeschlossenen Forschungsvorhabens 3620S92412 des Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) wurde für Deutschland untersucht, ob es möglich ist, Daten von Kindern mit ALL aus verschiedenen Kliniken zusammenzuführen und ihre Magnetfeld-Exposition mithilfe von Geodaten und Messungen zu bestimmen. Aufgrund der niedrigen Fallzahlen von Kindern mit B-Zell-ALL und einer spezifischen genetischen Subgruppe sowie der geringen Prävalenz an Haushalten mit erhöhter Magnetfeld-Exposition ist eine solche Studie jedoch auf nationaler Ebene in Deutschland kaum realisierbar.
Als Alternative soll im Rahmen dieses Forschungsvorhabens eine internationale Machbarkeitsstudie durchgeführt werden. Hierbei sollen auch Daten aus anderen europäischen Ländern einbezogen werden, um zu prüfen, ob eine internationale interdisziplinäre Studie (mit Expertise in pädiatrischer Onkologie, Molekularbiologie, Epidemiologie und Expositionserfassung) realisierbar ist und ob aussagekräftige Ergebnisse zu erwarten sind. Zu untersuchen ist die Möglichkeit, diese Studie in laufende europäische klinische ALL-Studien zu integrieren. Hierzu sind Kontakte zu Studienzentren sowie die Klärung datenschutzrechtlicher und ethischer Fragen erforderlich. In der Machbarkeitsstudie wird außerdem eine Planung für eine internationale Pilotstudie erstellt, die unter anderem eine Fallzahlschätzung und eine Methodik zur Erfassung bzw. Schätzung der ELF-MF-Exposition umfasst. Zusätzlich soll geprüft werden wie weitere mögliche Umweltrisikofaktoren wie eine Exposition gegenüber Radon und ionisierender Strahlung von Kernkraftwerken berücksichtigt werden können. Abschließend sollen Empfehlungen für die Durchführung der Pilotstudie sowie einer möglichen Hauptstudie erarbeitet werden.
Ziel ist es, mittels der gewonnenen Daten verschiedene Risikofaktoren, wie ELF-MF, mit genetischen Faktoren, wie dem molekulargenetischen Subtyp der ALL, zu korrelieren. Bei dem vorliegenden Vorhaben handelt es sich um eine Machbarkeitsstudie. Sie dient zur Überprüfung, ob eine interdisziplinäre Hauptstudie durchgeführt werden kann und ob aussagekräftige bzw. statistisch belastbare Ergebnisse zu erwarten sind.

b)
CPV-Codes

Forschungsdienste (73110000-6)

c)
Ort der Leistungserbringung

Cottbus

6.
Angaben zu Losen

a)
Anzahl, Größe und Art der Lose

keine Lose

7.
Zulassung von Nebenangeboten

Nein

8.
Bestimmungen über die Ausführungsfrist

maximal 15 Monate, ab Beginn der Forschungsarbeiten

9.
Höhe geforderter Sicherheitsleistungen

keine

10.
Wesentliche Zahlungsbedingungen

Für den Vertrag findet die ABFE-BMUV (Stand: Dezember 2021), und damit auch die VOL/B, Anwendung. Sie beinhaltet u. a. die Regelungen:
- Die Rechnungsstellung kann nach Übergabe und Abnahme der vereinbarten Leistung (Arbeitspakete oder Gesamtleistung) erfolgen.
- Der Rechnungsbetrag wird binnen 30 Tagen nach Eingang einer prüfbaren Rechnung ausgezahlt.
- Die Zahlung erfolgt bargeldlos.
Es wird darauf hingewiesen, dass Allgemeine Geschäftsbedingungen des Bieters grundsätzlich ausgeschlossen sind.

11.
Unterlagen und Anforderungen zur Beurteilung der Eignung des Bieters und des Nichtvorliegens von Ausschlussgründen

Der Bieter muss folgende Anforderungen erfüllen:
- Nachweis einschlägiger Erfahrungen in der Durchführung epidemiologischer Studien anhand geeigneter Publikationen;
- Nachweis einschlägiger Erfahrungen in der Erforschung kindlicher Leukämie anhand geeigneter Publikationen;
- Internationale Kontakte oder Kooperationen zu Studienzentren mit Daten zu ALL bei Kindern anhand von bereits abgeschlossenen oder noch laufenden Forschungsprojekten nachzuweisen (anhand einer formlosen Referenzliste);
- Zugang zu geeigneten Messgeräten für die häusliche ELF-MF-Expositionserfassung vor Ort sowie die Möglichkeit der Modellierung der Exposition müssen gegeben sein. Technische Spezifikationen der Geräte und die Möglichkeiten zur Modellierung der Exposition sind dem Angebot beizulegen.
Im Angebot sind die für die Bearbeitung des Projekts vorgesehenen Mitarbeiter*innen mit Angaben zu ihren projektspezifischen Funktionen, Qualifikationen und Erfahrungen zu benennen. Hierfür ist das Formblatt Fachkräfte (Datei „3624SNA303_Formblatt Fachkräfte.docx“) auszufüllen und zusammen mit dem Angebot einzureichen.
Eine Bietergemeinschaft zur Bewältigung der Aufgaben ist möglich.

12.
Zuschlagskriterien

siehe Bewertungsmatrix (Anlage zur Leistungsbeschreibung)

13.
Rechtsform, die eine Bietergemeinschaft nach Zuschlagserteilung annehmen muss

In den Vergabeunterlagen werden die besonderen Bedingungen für Bietergemeinschaften beschrieben. Diese enthalten u. a. eine gesamtschuldnerische Haftung sowie die Bestimmung der Benennung eines bevollmächtigten Vertreters der Mitglieder gegenüber dem Auftraggeber, der die Bietergemeinschaft rechtsverbindlich vertritt.

14.
Sonstige Angaben

Mit der Abgabe des Angebots unterliegt der Bieter den Bestimmungen über nichtberücksichtigte Angebote (§ 46 UVgO). Es gilt deutsches Recht.


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