Ausschreibungsdetails
Das Projekt wird im Rahmen des Partnerschaftsmodells Wasserstraßen (PmW) als Pilotprojekt in der Ausprägung einer Integrierten Projektabwicklung (IPA) umgesetzt.
Kennzeichnend für dieses Modell sind:
- frühzeitige Einbindung aller wesentlichen Projektbeteiligten,
- gemeinsame Entwicklung des Bausolls in Vertragsphase 1,
- kooperatives und transparentes Projektmanagement,
- gemeinsame Verantwortung für Kosten-, Termin- und Qualitätsziele,
- Ausrichtung aller Entscheidungen am Grundsatz „Best for Project“.
Das PmW ist modular aufgebaut und besteht aus zwei Vertragsphasen:
Vertragsphase 1 – Planung und Vorbereitung
Gemeinsame Konkretisierung des funktionalen Bau-Solls, Risikomanagement und Festlegung des Zielpreises.
Vertragsphase 2 – Ausführung
Realisierung auf Grundlage des gemeinsam entwickelten und vereinbarten Pflichtenhefts.
Für das Projekt wurde eine Modulkombination gewählt, die eine integrierte Planung sowie eine Ausführung im Allianzmodell mit Mehrparteienvertrag ermöglicht. Aufgrund der technischen Komplexität, der Randbedingungen des Bauens im Bestand sowie der hohen Bedeutung für den laufendenden Schifffahrtsbetrieb ist dieses Abwicklungsmodell besonders geeignet.
Das Betriebsgebäude des Betriebsstandortes ABz Lathen soll durch die Allianz abgerissen und neu gebaut werden. Im Zuge der Baumaßnahme sollen die Funktionen des ABz Lathen erweitert werden um eine Leitzentrale zur Fernsteuerung mehrerer Schleusen.
Die Inberiebnahme ist im Jahr 2032 geplant.
Vergabepaket 2 übernimmt die fachliche Gesamtverantwortung für die technische Ausrüstung der Schleusenanlage. Dies umfasst die ausführungsnahe Mitwirkung in der inte-grierten Planungsphase sowie in der Ausführungsphase die vollständige, termin- und qualitätsgerechte Herstellung, Lieferung, Montage, Systemintegration und Inbetriebnahme aller ihm zugeordneten stahlwasserbaulichen, maschinentechnischen sowie elektro- und EMSR-technischen Systeme.
VP 2 stellt sicher, dass die technischen Anlagen den funktionalen Anforderungen, den abgestimmten Bauzuständen sowie den Anforderungen an Betrieb, Instandhaltung und Verfügbarkeit entsprechen und technisch konsistent in die Gesamtanlage integriert werden.
Verantwortliche Leistungen
- werkstatt-, montage- und ausführungsbezogene Planung für Stahlwasserbau, Maschinenbau, Hydraulik sowie Elektro- und EMSR-Technik,
- Fertigung, Lieferung und Montage der stahlwasserbaulichen, maschinentechnischen,Anlagen, insbesondere Verschlüsse, Tore, Führungen, Portalkomponenten, Antriebe, Zylinder, Pumpstationen sowie elektrotechnische, steuerungstechnische und EMSR-Anlagenteile,
- Netzwerkinfrastruktur, Sensorik & Aktorik, Kabelverlegungen, Anschlüsse und Beleuchtungen,
- detaillierte Ausführungs- und Montageplanung einschließlich Hebe-, Einbring- und Vormontagekonzepten,
- technische Abstimmung der Montage- und Inbetriebnahmeabläufe mit den vorgesehenen Bauzuständen,
- Mitwirkung bei der Festlegung technikbezogener Provisorien und temporärer Einrichtungen,
- Integration der vom Auftraggeber beigestellten technischen Systeme (insbesondere Prozessleittechnik und Videomanagementsystem) einschließlich Schnittstellendefinition, technischer Abstimmung und funktionaler Einbindung,
- Durchführung von Funktionsprüfungen sowie FAT- und SAT-Prüfungen,
- Inbetriebnahme der technischen Systeme,
- Erstellung der vollständigen Bestands-, Prüf-, Wartungs- und Übergabeunterlagen sowie Mitwirkung an Einweisung und Schulung des Betriebspersonals.
Der Bewerber, muss angeben dass er von der vorstehend dargestellten Möglichkeit der Inanspruchnahme von Kapazitäten anderer Unternehmen Gebrauch macht und beabsichtigt im Falle der Aufforderung zur Angebotsabgabe und im Falle der späteren Zuschlagserteilung Nachunternehmern für anzugebende Teilleistungen beauftragt.
Ein Bezug zu Russland im Sinne der Vorschrift besteht:
a) durch die russische Staatsangehörigkeit des Bewerbers/Bieters oder die Niederlassung des Bewerbers/Bieters in Russland,
b) durch die Beteiligung einer natürlichen Person oder eines Unternehmens, auf die eines der Kriterien nach Buchstabe a zutrifft, am Bewerber/Bieter über das Halten von Anteilen im Umfang von mehr als 50 Prozent,
c) durch das Handeln der Bewerber/Bieter im Namen oder auf Anweisung von Personen oder Unternehmen, auf die die Kriterien der Buchstaben a und/oder b zutreffen.
1) Der Bewerber erklärt, dass für sein Unternehmen keiner der in den Buchstaben a) bis c)
genannten Fälle zutrifft.
2) Der Bewerber erklärt, dass er zur Ausführung des Auftrags für Teile der Leistung
- nicht die Kapazitäten der in den Buchstaben a) bis c) genannten Personen oder Unternehmen in Anspruch nehmen wird / genommen hat (Eignungsleihe).
- folgende Kapazitäten der in den Buchstaben a) bis c) genannten Personen oder Unternehmen in Anspruch nehmen wird / genommen hat (Eignungsleihe).
und
- keine der in den Buchstaben a) bis c) genannten Personen oder Unternehmen als Nachunternehmen beauftragt hat.
- folgende der in den Buchstaben a) bis c) genannten Personen oder Unternehmen als Nachunternehmen beauftragen wird / beauftragt hat.
und
- keine der in den Buchstaben a) bis c) genannten Personen oder Unternehmen als Lieferanten beauftragt hat.
- folgende der in den Buchstaben a) bis c) genannten Personen oder Unternehmen als Lieferanten beauftragen wird /beauftragt hat.
Dabei muss ein Mindestumsatz von jährlich mindestens 3 Mio. € netto in den relevanten Leistungsbereichen erreicht worden sein. Bewerber/ Bewerbergemeinschaften, die diesen Mindestumsatz nicht nachweisen können oder deren Angaben unvollständig oder formell mangelhaft sind, können gem. § 16 Nr. 1 bis Nr. 4 VOB/A EU vom weiteren Vergabeverfahren ausgeschlossen werden.
Relevante Leistungsbereiche im Vergabepaket 2 sind dabei:
- Herstellung und Montage von Schleusentoren, Führungselementen,Schützen und Revisionsverschlüssen
- Fertigung und Einbau von hydraulischen und elektrischen Antriebssystemen,
- Oberflächenschutzmaßnahmen (z. B. Beschichtung, Korrosionsschutz),
- Montageplattformen, Wartungsbühnen, Portalkonstruktionen,
- Koordination der Funktionsprüfung, Inbetriebnahme und Abnahme,
- Erstellung prüffähiger Dokumentationen, Montageprotokolle, Bestandsunterlagen.
- Elektrotechnik: Planung und Ausführung von Energieverteilungen, Beleuchtung, Schutztechnik, Mittel- und Niederspannungssystemen
- Fernmelde- und Nachrichtentechnik: Planung und Installation von Signal-, Kommunikations- und Übertragungssystemen in technischen Anlagen
- Steuerungs- und Leittechnik für Infrastrukturanlagen: Planung und Implementierung von SCADA-Systemen, SPS-/RTU-Steuerungen, Netzwerktechnik, Fernwirktechnik, Visualisierungssystemen.
Ergänzender Hinweis:
- Umsätze aus nicht relevanten Bereichen (z. B. Wohn- oder Gewerbebau, reine Bauüberwachung, Consulting ohne Planungsverantwortung) werden NICHT berücksichtigt.
Es liegt eine Versicherung vor, die sämtliche vom Bewerber/Mitglied der Bewerbergemeinschaft im Rahmen des VP 2 zu erbringenden Leistungen der Stahlwasserbau, Maschinenbau, Elektrotechnik abdeckt und die Deckungssummen von mindestens:
- 5 Mio. € für Personenschäden je Schadensfall
- 1,5 Mio. € für Sach- und Vermögensschäden je Schadensfall
beträgt.
Die Versicherungssumme muss zweifach maximiert sein, d. h. die genannten Summen müssen mindestens zweimal pro Versicherungsjahr zur Verfügung stehen (sog. Jahres-Höchstleistung).
Besteht zum Zeitpunkt der Bewerbung keine Police mit den vorgenannten Anforderungen, ist durch den Bewerber zu erklären, dass im Falle der Zuschlagserteilung eine Versicherung mit den genannten Mindestanforderungen abgeschlossen wird.
Der Bewerber erklärt, dass ihm gem. § 122 GWB in Verbindung mit § 6a Nr. 3 Buchst. c) und h) VOB/A EU die zur Ausführung der ausgeschriebenen Leistungen erforderliche technische Ausstattung sowie eine geeignete Produktions- und Planungsinfrastruktur dauerhaft zur Verfügung stehen.
Die Erklärung bezieht sich insbesondere auf die folgenden Bereiche:
- Eigene Fertigungskapazitäten oder gesicherte Kooperationen: Eigene Fertigungseinrichtungen für großformatige stahlwasserbauliche Bauteile oder alternativ eine vertraglich gesicherte Zusammenarbeit mit zertifizierten Fachwerkstätten (z. B. DIN EN 1090 zertifizierte Schweißbetriebe).
- Hochpräzise Bearbeitungseinrichtungen: Verfügbarer Fertigungstechnologien, insbesondere CNC-gesteuerte Bearbeitungszentren, automatische Schweißanlagen, Plasmaschneidtechnik oder vergleichbare Ausstattung.
- Korrosionsschutzanlagen gemäß DIN EN ISO 12944-5: Verfügbarkeit geeigneter Einrichtungen zur Durchführung von Korrosionsschutzmaßnahmen, z. B. Strahlhallen, Lackierkabinen sowie Trocknungs- und Aushärteeinrichtungen.
- Simulations- und Steuerungssysteme: Nutzung von Simulations-, Fertigungssteuerungs- oder Qualitätssicherungssystemen wie CAM (Computer Aided Manufacturing) oder MES (Manufacturing Execution System) zur Sicherstellung der Maßhaltigkeit, Effizienz und integrierten Ablaufplanung.
- Transportlogistik für Großbauteile: logistischen Leistungsfähigkeit zur Verladung und zum Transport überdimensionaler Bauteile unter Berücksichtigung spezieller Transportmittel, innerbetrieblicher Infrastruktur (z. B. Portalkräne, Tieflader) sowie möglicher Transportwege
- Softwaregestützte Planung, Projektierung und Dokumentation elektrotechnischer Anlagen: Der Bewerber verfügt über marktübliche, leistungsfähige Softwarelösungen zur Planung und Dokumentation von elektrotechnischen Systemen. Hierzu gehören beispielsweise: EPLAN Electric P8, DDS-CAD, Revit MEP, Simaris / Caneco BT
- Planung und Integration komplexer Steuerungs-, Automatisierungs- und Visualisierungssysteme: Der Bewerber ist in der Lage, komplexe Automatisierungssysteme zu planen und in den Betrieb zu integrieren. Dies umfasst u. a.: Siemens PCS7, WinCC, TwinCAT, CoDeSys, Engineering Tools für RTU-/SPS-Programmierung
- IT-Sicherheit und Netzwerktechnologie in OT-Systemen: Für die Einhaltung von Anforderungen an den Schutz kritischer Infrastrukturen ist die Kompetenz im Bereich der Netzwerksicherheit erforderlich. Der Bewerber hat Kenntnisse und Verfahren zur Sicherung, Segmentierung und Überwachung industrieller Netzwerke. Beispielhafte Tools: Nmap, Wireshark, Fortinet, Cisco Secure Tools, Netzwerkdokumentation / Managementsoftware
- Unterstützende Systeme für Planungskontrolle, Simulation und digitale Dokumentation: Zur Sicherstellung einer qualitätsgesicherten Projektabwicklung sind Systeme zur Energiebilanzierung, Inbetriebnahmeprüfung und digitalen Bestandsdokumentation erforderlich. Mögliche Softwarelösungen: PowerFactory / ETAP (Simulation), digitale Prüf- und Inbetriebnahmetools, Dokumentationsplattformen (z. B. PlanRadar, Thinkproject, eigene Systeme)
Hinweis für Bewerbergemeinschaften:
Im Falle einer Bewerbung durch eine Bewerbergemeinschaft gemäß § 6 Absatz 3 Nr. 2 VOB/A EU gilt die Erklärung dieses Kapitels für die Bewerbergemeinschaft.
Mindestanforderungen:
Die Erklärung zum Personalbestand ist zwingend in Vollzeitäquivalenten (VZÄ) abzugeben, um unterschiedliche Beschäftigungsmodelle (z. B. Teilzeit, freie Mitarbeit) vergleichbar zu machen. Die Mindestanforderungen umfassen:
- Erforderliche Gesamtmindestgröße des Bewerbers: 20 VZÄ im Bereich der Bauausführung, Projektsteuerung, Arbeitsvorbereitung, Kalkulation, Terminplanung, Abrechnung und Bau-/Projektleitung für Infrastrukturvorhaben mit dem Leistungsschwerpunkt des VP 2.
- Es sind ausschließlich dauerhaft beschäftigte, qualifizierte Fachkräfte zu berücksichtigen.
- Die Darstellung hat unternehmensweit und unter Berücksichtigung der jeweiligen VZÄ-Faktoren (bei Teilzeitmodellen, projektbezogenen Einsätzen oder Werkverträgen) zu erfolgen.
Fachlich differenzierter Mindestpersonalbestand:
Die personelle Leistungsfähigkeit umfasst folgende Kernbereiche, die mit entsprechender Fachkompetenz und personeller Tiefe abgedeckt werden müssen:
- Fachkräfte für Fertigungsbetriebe mit Qualifikation gemäß DIN EN 1090
- Montage- und Instandsetzungspersonal im Bereich Maschinentechnik
- Fachkräfte für hydraulische und elektrische Integration
- Spezialisten für Antriebs- und Steuerungstechnik
- Personal für BIM-Koordination und digitale Planungsmethoden
- Fachkräfte für Korrosionsschutz, Oberflächentechnik und Schweißtechnik
- sowie Planungs- und Bauleitungspersonal für den gesamten Leistungsbereich Maschinen- und Stahlwasserbau sowie der elektrotechnischen Bauausführung
- Elektrotechnik (Energieversorgung): Planung, Dimensionierung und Realisierung der elektrischen Energieverteilungen, inkl. NSHV, USV, Notstrom, Leitungsverlegung, Erdung, Blitzschutz
- Automatisierungs- und Steuerungstechnik (EMSR / Leittechnik): Konzeption und Programmierung der Prozessleit- und Steuerungssysteme (z. B. SPS, SCADA, Visualisierung, RTU-Systeme), Signalhandling
- Fernmelde- und Nachrichtentechnik: Auslegung und Integration von Kommunikationssystemen, Übertragungstechnik, IP-basierte Systeme, Alarmierung
- Netzwerktechnik & IT-Sicherheit (OT): Planung und Absicherung von Anlagen- und Betriebsnetzwerken, Firewall-/Routingarchitekturen, VLAN-Strukturen, Segmentierung nach IT-Grundschutz
- Qualitätsmanagement / Prüfwesen (EMSR): Erstellung und Prüfung technischer Unterlagen, ITP-Planung, Werks- und Abnahmeprüfung, Dokumentation
Zugrundeliegende Umrechnung von Teilzeitkräften (40h/Woche):
30 Stunden = 0,75 VZÄ
25 Stunden = 0,625 VZÄ
20 Stunden = 0,5 VZÄ
15 Stunden = 0,375 VZÄ
10 Stunden = 0,25 VZÄ
Hinweis für Bewerbergemeinschaften:
Im Falle einer Bewerbung durch eine Bewerbergemeinschaft gemäß § 6 Absatz 3 Nr. 2 VOB/A EU sind die personellen Kapazitäten der einzelnen Mitglieder additiv zu berücksichtigen.
Rechtlicher Hinweis:
Gemäß § 16 Nr. 1 bis 4 VOB/A EU können Angebote vom weiteren Verfahren ausgeschlossen, wenn die in der Bekanntmachung oder den Vergabeunterlagen geforderten Nachweise und Erklärungen – hier zur personellen Leistungsfähigkeit – nicht vollständig und formgerecht erbracht werden. Nachforderungen der Vergabestelle sind nur im Rahmen des § 16a VOB/A EU möglich und zulässig. Der Auftraggeber weist ausdrücklich darauf hin, dass ein Bewerber, der die vorstehend beschriebenen Mindestanforderungen jedenfalls auch nach einer ggf. zulässigen Nachforderung nicht nachweisen kann oder will, vom Vergabeverfahren ausgeschlossen wird.
Der Bewerber erklärt gemäß § 6b Absatz 1 Satz 1 Nr. 2 VOB/A EU anhand von drei geeigneten Projektreferenzen entsprechend § 6a Nr. 3 Buchst. a) VOB/A EU seine technische und berufliche Leistungsfähigkeit, die über die Mindestanforderungen hinausgeht. Um einen ausreichenden Wettbewerb sicherzustellen, wird darauf hingewiesen, dass auch Bauleistungen berücksichtigt werden, die mehr als fünf Jahre zurückliegen Diese Referenzen werden inhaltlich und qualitativ bewertet. Die Beurteilung erfolgt anhand einer einheitlichen Bewertungsmatrix.
Mindestanforderungen:
- Es sind mindestens und höchstens drei (3) technisch einschlägige und eigenständig erbrachte Referenzprojekte einzureichen.
- Jedes Referenzprojekt muss in den letzten zehn (10) Jahren (zwischen dem 01.03.2016 und 01.03.2026) abgeschlossen oder im Wesentlichen abgeschlossen worden sein (maßgeblich: Fertigstellung oder Inbetriebnahme).
- Die Referenz muss Stahlwasserbauleistungen betreffen, insbesondere Fertigung, Transport und Montage oder Instandsetzung von Schleusentoren (z. B. Hubtore, Stemmtore, Schütze, bewegliche Verschlusskörper im Wasserbau),
- Das Projekt muss in einem wasserbaulichen Kontext realisiert worden sein (z. B. Schleusen, Wehranlagen, Sperrwerke, Hafeninfrastruktur), idealerweise mit Integration in bestehende Bauwerke oder bei laufendem Betrieb.
- Die wesentlichen Leistungen (mindestens Fertigung, Montage und Inbetriebnahme) müssen vom Bieter selbst oder in einer führenden Rolle (z. B. als Generalunternehmer, ARGE-Führer) erbracht worden sein.
- Das an den Bewerber vergebene Auftragsvolumen (Bauleistung) muss je Referenzprojekt mindestens 0,5 Mio. € nettobetragen haben.
Für die Erklärung der Projektreferenzen sind den Vergabeunterlagen beiliegende Referenzformblätter zu nutzen. § 6b Absatz 1 Satz 2 VOB/A EU bleibt unberührt.
Bewertungssystematik:
Jede der drei eingereichten Referenzen wird separat bewertet. Der Gesamtwert ergibt sich aus der Summe der Einzelbewertungen; insgesamt können maximal 318 Punkte erreicht werden.
- Die Bewertung erfolgt projektbezogen. Jedes eingereichte Projekt wird anhand der u. g. Kriterien einzeln bewertet.
- Die Referenzen müssen in die Referenzformblätter eingetragen werden. § 6b Absatz 1 Satz 2 VOB/A EU bleibt unberührt.
- Für Unterkriterien ohne klare Beschreibung (z. B. nur Behauptung) wird kein Punkt vergeben.
- Bei widersprüchlichen oder nicht belegbaren Angaben erfolgt Abwertung auf 0 Punkte im Teilkriterium.
- Zur Angebotsabgabe werden die Bewerber mit den höchsten Gesamtpunktzahlen eingeladen jedoch maximal 5. Die Anzahl der Einzuladenden wird in den Vergabeunterlagen gemäß § 3b Absatz 2 Nr. 3 VOB/A EU bekanntgegeben. Bei Punktgleichheit entscheidet das Los (entsprechend § 75 Absatz 6 VgV).
Die folgenden Eignungskriterien gehen mit differenzierter Gewichtung in die Bewertung ein:
K1 – Technische Vergleichbarkeit (max. 20 Punkte)
Bewertet wird in welchem Umfang die Leistungen des Referenzprojekts dem Bauleistungsbild des Vergabepakets VP 2 entsprechen. Berücksichtigt werden dabei insbesondere die Art der ausgeführten Gewerke, eingesetzte Bauverfahren und die technische Vergleichbarkeit zu den geplanten Maßnahmen an der Schleuse Herbrum.
Punkte werden verteilt für:
K1.1 Herstellung beweglicher Verschlussorgane (z. B. Tore, Schützen) - 3 Punkte
K1.2 Hydraulisch angetriebene Systeme mit Sicherheitsfunktionen - 3 Punkte
K1.3 Bau im tidebeeinflussten Gewässer / Binnenwasserstraße - 3 Punkte
K1.4 Kombination mit Oberflächenschutz und Steuerungskomponenten - 3 Punkte
K1.5 Planung und/oder Ausführung von Steuerungs- und Leittechnik (SCADA, SPS) in wasserbaulicher Infrastruktur - 3 Punkte
K1.6 Integration von Energieverteilungen (NSHV, Unterverteilungen, Notstromsysteme, Erdung, Blitzschutz) - 3 Punkte
K1.7 Umsetzung von Kommunikations- und Nachrichtentechniksystemen (z. B. Alarmierung, Übertragungstechnik) - 3 Punkte
K2 – Komplexitätsgrad des Projekts (max. 15 Punkte)
Dieses Kriterium bewertet die Komplexität der ausgeführten Bauleistungen, insbesondere unter erschwerten Randbedingungen. Maßgeblich sind Arbeiten im Bestand, unter Betrieb, bei Tideeinfluss, unter Wasserhaltung oder besonderen Sicherheitsanforderungen.
Punkte werden verteilt für:
K2.1 Technisch komplexe Montage (geringe Toleranzen, bewegliche Massen) - 5 Punkte
K2.2 Montage unter Betriebsbedingungen oder in Bestandseinbindung: Eingliederung in bestehende wasserbauliche Infrastruktur - 5 Punkte
K2.3 Hohe Anforderungen an Verfügbarkeit, Redundanz oder Prüfkriterien; insbesondere mit Fokus auf Hochwasser-/Betriebsschutzanforderungen - 5 Punkte
K3 – Leistungsumfang (max. 10 Punkte)
Hier wird beurteilt, inwieweit der Bieter im Projekt die Fertigung der Maschinen und/oder Stahlwasserbauteile vollständig eigenverantwortlich erbracht bzw. ausgeführt hat, inkl. Koordination von Nachunternehmern, Qualitätssicherung, Umwelt- und Arbeitsschutz sowie Baustellen- und Fertigungsdokumentation.
Punkte werden verteilt für:
K3.1 Fertigung im eigenen Werk (mit Nachweis nach DIN EN 1090 o. ä.) - 6 Punkte
K3.2 Eigene mechanische, hydraulische und oberflächentechnische Montage - 3 Punkte
K3.3 Eigenverantwortliche Planung der EMSR-Systeme - 2 Punkte
K3.4 Ausführung (Lieferung, Montage, Anschluss) durch den Bieter mit eigener Bauleitung oder gleichwertiger Rolle - 2 Punkte
K3.5 Koordination und Verantwortung für Nachunternehmer - 2 Punkte
Bewertet wird die wirtschaftliche Relevanz des Referenzprojekts (Anteil des Bewerbers am Gesamtprojektvolumen) und die Position des Bewerbers innerhalb der Projektorganisation. Höher gewertet werden große Projekte mit Führungsrolle (z. B. als GU, ARGE-Führer, koordinierender Hauptunternehmer).
Punkte werden verteilt für:
K4.1
Anteil am Projektvolumen < 1 Mio. € netto - 0 Punkte
Anteil am Projektvolumen >= 1 Mio. € netto - 2 Punkte
Anteil am Projektvolumen >= 4 Mio. € netto - 3 Punkte
Anteil am Projektvolumen >= 7 Mio. € netto - 4 Punkte
Anteil am Projektvolumen >= 10 Mio. € netto - 5 Punkte
Anteil am Projektvolumen >= 13 Mio. € netto - 6 Punkte
K4.2 Rolle des Bieters im Projekt: Der Bieter war federführend (z. B. GU, ARGE-Leiter, technischer Koordinator) und trug Gesamtverantwortung bzw. war federführend in der Planung/Ausführung - 4 Punkte
K5 – Vertrags- und Organisationsform / IPA-Erfahrung (max. 20 Punkte)
Gegenstand der Bewertung ist die Form der Projektabwicklung, nach der das Referenzprojekt durchgeführt wurde, sowie die Rolle und Verantwortung des Bieters in dieser Struktur. Die Bewertung berücksichtigt sowohl klassische als auch kooperative/integrierte Modelle. Projekte mit IPA-Merkmalen werden vorrangig bewertet. Die Bewertung erfolgt projektbezogen, mehrere Unterkriterien können kumulativ erfüllt werden.
Punkte werden verteilt für:
K5.1
- Vertragsstruktur: IPA / Allianzmodell: Projekt wurde im Rahmen eines IPA- oder Allianzmodells mit Mehrparteienvertrag, gemeinsamer -
- Zielverfolgung und geteilter Verantwortung abgewickelt - 5 Punkte
- Kooperationsstruktur bei klassischen Modellen: Projekt wurde in einem GU-, TU- oder ARGE-Modell mit interner Koordination und Schnittstellensteuerung durch den Bieter durchgeführt - 2 Punkte
- Einzelvergabe / konventionelle Abwicklung: Projekt wurde in klassischer Einzelvergabe durchgeführt, der Bieter agierte als Einzelauftragnehmer mit Standard-VOB/B-Regelwerk - 1 Punkt
K5.2 Frühe Einbindung in Planung / ECI (Early Contractor Involvement): Der Bieter wurde vor Baubeginn oder bereits in Leistungsphasen 2, 3 oder 5 in die Projektentwicklung eingebunden (z. B. als ECI-Partner) - 4 Punkte
K5.3 Zielkostenmodell / anreizbasierte Vergütung: Beteiligung an Zielkostenmodell, Bonus-Malus-Regelungen, Deckungsbeitragsvereinbarungen oder Leistungsteilung - 4 Punkte
K5.4 Gemeinsames Projektcontrolling und Risiko-/Kostenmanagement: Nachweis projektintern abgestimmter Controllingstrukturen, gemeinsames Risikobudget, Open-Book-Kalkulation oder Lean-Methoden - 3 Punkte
K5.5 Best-for-Project-Prinzip / kollektive Entscheidungsfindung: Gemeinsame Entscheidungen (z. B. im PMT) statt Einzelentscheidungen, Projektziele im Mittelpunkt des Handelns - 2 Punkte
K5.6 Integration von Planungs- und Bauverantwortung (Design & Build / Engineering, Procurement and Construction): Bieter übernahm Verantwortung sowohl für Planung als auch für Ausführung (z. B. im Design-and-Build-Vertrag) - 1 Punkte
K5.7 Verantwortung für externe Schnittstellen / Behörden / AG-Kommunikation: Bieter war primärer Ansprechpartner für den AG und koordinierte externe Abstimmungen (z. B. BAW, WSV, Gutachter, Genehmigungsbehörden) - 1 Punkte
K6 – Integration mehrerer Fachdisziplinen (max. 5 Punkte)
Bewertet wird die Integration und Koordination mehrerer Planungs- und Ausführungsdisziplinen durch den Bieter innerhalb des Referenzprojekts. Maßgeblich sind sowohl die Anzahl der intern verantworteten Fachbereiche als auch die Erklärung funktionierender Schnittstellenkoordination.
Punkte werden vergeben für:
K6.1 Enge Koordination mit mindestens zwei angrenzenden Gewerken - 3 Punkte
K6.2 Erfahrung mit baubetrieblichen Schnittstellen in wasserbaulichen oder industriellen Großprojekten - 2 Punkte
Im Rahmen des integrierten Projektabwicklungsmodells (IPA) für das Vorhaben Ersatz der Schleuse Herbrum misst der öffentliche Auftraggeber dem Einsatz digitaler Methoden zur Prozessoptimierung im Planungs- und Bauablauf eine besondere Bedeutung bei. Dies betrifft sowohl den planungsbegleitenden Einsatz modellbasierter Werkzeuge als auch die strukturierte Anwendung digitaler Systeme zur Bauausführung und -überwachung.
Im Rahmen der Angebotswertung dient dieses Zuschlagskriterium der qualitativen Beurteilung, inwieweit der Bieter über nachweisbare Kompetenz und praktische Erfahrung in der Anwendung digitaler Werkzeuge und Methoden verfügt. Bewertet wird insbesondere die Fähigkeit, digitale Technologien wie Bauablaufsimulationen (4D-Simulationen), digitale Baustellendokumentation, systemgestütztes Mängelmanagement sowie modellgestützte Koordinierungs- und Prüfprozesse (z. B. digitale Kollisionsprüfungen) effektiv, nachvollziehbar und in projektspezifischer Weise einzusetzen.
Zudem wird die Verfügbarkeit und Anwendung von digitalen Planungsmethoden wie Building Information Modeling (BIM) einschließlich der Nutzung von 3D-/4D-Modellen, simulationsgestützten Planungselementen und der Integration modellbasierter Daten in den Gesamtprozess der Planung und Ausführung (z. B. durch CDE – Common Data Environments) berücksichtigt. Voraussetzung für eine positive Bewertung ist, dass der Einsatz dieser Methoden im Angebotskonzept plausibel beschrieben, durch geeignete Referenzprojekte oder Systemnachweise belegt und im Sinne einer integrativen Projektabwicklung schlüssig auf das konkrete Projekt bezogen wird.
Punkte werden verteilt für:
K7.1 Einsatz modellbasierter Werkzeuge zur Fertigungs- und Montageplanung (CAD/BIM 3D-Modelle): Nutzung integrierter 3D-Modelle für Torflügel, Antriebseinheiten, Revisionsverschlüsse, Darstellung von Energieverteilungen, Steuerzentralen, Kabeltrassen, Automatisierungs- und Steuerkomponenten etc., Übergabe an CAM-Systeme, Kollisionsprüfung mit Bauwerksmodellen. - 4 Punkte
K7.2 Simulation von Fertigungs- oder Montageabläufen (z. B. mittels digitaler Fabrik, 4D-Planung, Kran-/Lastsimulationen, Netz- und Kurzschlussstromberechnung, Schutzkoordinationsanalyse): Darstellung und Optimierung von Hebeprozessen, Montageschritten, Sperrzeiten (z. B. in Sperrpausen), Logistikrouten. Für den Bereich Elektrotechnik: Einsatz spezialisierter Software wie Simaris, Caneco BT, ETAP oder PowerFactory. Darstellung der Ergebnisse als Entscheidungs- oder Bemessungsgrundlage. - 3 Punkte
K7.3 Verwendung digitaler Systeme zur Qualitätsdokumentation in der Fertigung und Montage (z. B. Schweißprotokolle, Fertigungsprotokolle, digitale Prüfberichte): Integration mit ERP-/PLM-Systemen oder eigenen Prüfplattformen. - 2 Punkte
K7.4 Einsatz digitaler Systeme zur elektrotechnischen Prüf- und Abnahmedokumentation: Verwendung mobiler Inbetriebnahme-Tools, strukturierter Prüfprotokolle, digitaler Nachweissysteme. Anbindung an digitale Bauakte (z. B. PlanRadar, Thinkproject, Sablono). - 1 Punkt
K7.5 Verwendung softwaregestützter Mängelmanagement- oder Nachweisplattformen für elektrotechnische Anlagen: Abbildung von Nachverfolgung, Erledigungsstatus, Foto-/Protokollanhang, ggf. Integration mit CDE-Systemen. - 1 Punkt
K8 - Projektkoordination und Steuerungskompetenz (max. 5 Punkte)
Bewertet wird die strukturierte Durchführung und Dokumentation qualitätssichernder Maßnahmen. Dazu zählen insbesondere die Anwendung von ITPs (Inspection and Test Plans), strukturierte Abnahmeprozesse und die digitale Übermittlung von Bau- und Prüfunterlagen.
Punkte werden verteilt für:
K8.1 Nachweis ITP-basierter Ausführungskontrolle (inkl. Prüfpläne, Checklisten) - 3 Punkte
K8.2 Digitale oder systemgestützte Übergabe der Dokumentation an den Auftraggeber - 2 Punkte
K9 – Aktualität der Referenz (max. 5 Punkte)
Bewertet die Referenz hinsichtlich ihrer Aktualität, um den Stand der Technik im umgesetzten Projekt zu berücksichtigen. Das Referenzprojekt muss abgeschlossen oder im Wesentlichen abgeschlossen worden sein (maßgeblich: Fertigstellung oder Inbetriebnahme).
Punkte werden verteilt für:
K9.1 Abschluss des Referenzprojektes vor 10 bis 6 Jahren
(zwischen 01.03.2016 und 29.02.2020) - 1 Punkt
K9.2 Abschluss des Referenzprojektes vor 3 bis 6 Jahren
(zwischen 01.03.2020 und 28.02.2023) - 3 Punkte
K9.3 Abschluss des Referenzprojektes in den letzten 3 Jahren
(zwischen 01.03.2023 und 01.03.2026) - 5 Punkte
A.2 Planungs- und Managementkonzepte - 21,25%
B Kooperations- & Kollaborationskultur (Assessment Center) - 20%
C.1 Beteiligungsquote – 10,00%
C.2 Deckungsbeitrag (AGK + G) – 17,50%
C.3 Verhältnis BQ zu DB (BQ/DB) – 8,50%
C.4 Stundensatz – 4,00%
C.5 BGL Satz – 10,00%
Eine detaillierter Aufstellung der Zuschlagskriterien ist in den Vergabeunterlagen zu finden (siehe Dokument: 260310_HER_VG_VP2_Wertungsmatrix Zuschlagskriterien)
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